1946 erschien eine allgemeine Verfügung über die Straßenbeschilderung die alle vorherigen Verfügungen ersetzte. Der Geist dieser Verfügung ist schon der des Jahres 2000: Homogenität und Zusammenhang. Die Behörden verweigerten ab dann auch jede Form der Spende für die Straßenbeschilderung. Michelin führte die Produktion von Straßenschilder auf emailliertem Lava und mit Fuß aus Beton fort, jedoch ohne jegliche Möglichkeit darauf Werbung zu machen. Der Gebrauch der Michelin Kreuzungssäulen wurde immer weiter eingeschränkt auf „Kreuzungen von geringer Bedeutung“. Die Wandschilder verschwanden zu Gunsten der „Pfeile“, entweder an der Wand oder auf einem Fuß. Aber daneben entstanden sehr viele neue Schilder mit sehr unterschiedlichen Formen und Schriftarten. Bis 1971, das Jahr in dem Michelin diese Produktion einstellt, hatte jedes offizielle Schild seine Version in emailliertem Lava.

Direkt nach dem Ersten Weltkrieg hat André Michelin eine Studie über ein Verkehrsschild verfasst, welches auf einem Fuß alle notwendigen Hinweise tragen konnte, die der Autofahrer benötigte um seine Route gut und einfach zu bestimmen. Ein praktisches, stabiles Verkehrsschild, welches Tag und Nacht gut sichtbar sein musste. Auch wenn Schilder aus Holz von den Behörden zu dieser Zeit aus praktischen und wirtschaftlichen Gründen bevorzugt wurden, widerstanden sie den schlechten Wetterverhältnissen und Stöße sehr schlecht, denn sie verrotteten oder zerbrachen sehr schnell. Emaillierte Blechschilder, die von Jägern oder Kinder oft als Zielscheibe genutzt wurden, waren kaum interessanter: die Emailschicht zersplitterte zusammen mit den Aufschriften und das Blech fing an den betroffenen Stellen an zu rosten.

Für die Richtungsschilder bekam André Michelin die Idee
Platten aus emailliertem Lava aus der Region um Clermont-Ferrand zu nehmen, weil diese viel widerstandsfähiger waren und nicht rosten konnten und sie außerdem durch ihren Fuß aus gewappnetem Beton extrem stabil waren.

Der 28. Oktober 1918 der Association nationale d'expansion économique präsentierte Bericht zu den Problemen der Straße, gilt als offizielles Datum der Einführung eines neuen Systems: die Straßenkreuzungssäule. Das Abenteuer begann zuerst mit einer Serie von Prototypen, die entlang den Strassen aufgestellt wurden, um sie an Ort und Stelle zu testen. Die unterschiedliche Schriftarten und die Widerstandsfähigkeit wurden mit den verfügbaren Schildern aus Holz oder Metall untereinander verglichen. So wurden vier verschiedene Säulenmodelle zugelassen, bis man 1928 die endgültige Form gewählt hat: ein Fuß, der vom Boden zum Hinweiskubus hin schmaler wird. Man muss jedoch bis zum 17. Februar 1931 warten, bis der Gebrauch dieses Verkehrsschilds mittels einer Verfügung der Minister der öffentlichen Arbeiten und des Inneren bekräftigt wird. Außer den Richtungssäulen produziert und installiert Michelin bis 1939 neben den Unmengen an Warn- und Vorfahrtsschilder Wegweiser und Wandschilder. Auf all diesen Schilder steht einen Hinweis auf den Namen seines Spenders (Michelin, TCF, ...), oft mit einem Logo oder mit dem Namen des Departments oder der Region..

Erste Modelle der Straßenkreuzungssäule, die im Department Puy de Dôme aufgestellt wurden.

Philippe De Priester
http://panneauxenbeton.chez-alice.fr

Édouard und André Michelin haben 1895 den demontierbaren Autoreifen erfunden und seit 1900 verteilten sie ihren kleinen Guide rouge. André Michelin befasste sich erstmals gegen 1908 mit der Straßenbeschilderung, dem Jahr in dem er entscheidet die auf den Stabskarten aufgeführten Nummern der Routes Nationales für die Führung der Autofahrer zu benutzen.
Um
1910 entstanden die zweiseitigen Michelin Schilder, auf denen neben dem Namen der Ortschaft, sowie der Kategorie und der Nummer der Strasse auch Sicherheitshinweise - wie "Bitte langsamer fahren" - standen. Die Schilder wurden am Ortseingang aufgestellt und ein "Danke für ihren Besuch"-Schild an der Ortsausfahrt.

Auf dem Schild stand der Name des Sponsors, in diesem Fall "Don de Michelin" (Geschenk der Firma Michelin). Die Schilder waren einen Meter breit und sechzig Zentimeter hoch. Zwischen 1911 und 1914 wurden 30.000 emaillierte Stahlschilder ohne Gegenleistung in den Gemeinden Frankreichs aufgehängt. Sie dienten als Ersatz für Wegeanordnungen wie „Au pas (Schritt fahren)“, „Geschwindigkeit 10km/h“, die von den Bürgermeistern als Vorsichtsmaßnahmen am Ortseingang aufgestellt worden waren (...).